{"id":242,"date":"2012-09-13T18:03:02","date_gmt":"2012-09-13T16:03:02","guid":{"rendered":"http:\/\/beathis.ch\/parnassia\/?p=242"},"modified":"2012-09-13T18:03:02","modified_gmt":"2012-09-13T16:03:02","slug":"13-september-2012-morge-ischt-au-no-a-tagle","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.beathis.ch\/parnassia\/?p=242","title":{"rendered":"13. September 2012: Morge ischt au no \u00e4 T\u00e4gle !"},"content":{"rendered":"<p>Die von Korea-Kennern angedrohte n\u00e4chtliche Folter blieb aus: unser ondol-Schlaf (Leben auf dem traditionellen geheizten Holzfussboden, die Schlafm\u00e4tteli h\u00f6chstens halb so dick wie ein japanischer Futon) war ausgezeichnet und erstaunlich erholsam. Und sp\u00e4testens beim ersten koreanischen Fr\u00fchst\u00fcck mit Reis, getrockneten Meeralgen, Kimchi (dem chiligew\u00fcrzten ges\u00e4uerten Chinakohl) und einer Suppe, in der neben Eiern und Rindfleisch und Algen weisse Dinger schwammen, eingeweichten Hostien nicht un\u00e4hnlich, war alles geweckt, was noch zu wecken war (Foto 1).<br \/>\nNachher ging&#8217;s mit Frau Sun Woo ins Nationalmuseum im S\u00fcden der Stadt . Nat\u00fcrlich mit der Metro. Alles blitzblank, blitzschnell und trotzdem verbrachten wir einen rechten Teil des Tages nur mit \u00d6V. Andere \u00fcbrigens auch. Und wie die ihre Zeit verbraten, seht ihr auf Foto 2. Und weshalb alles funktioniert auf Foto 3. (Wer entdeckt den Wifi-Sender ?)<br \/>\nDas Natonalmuseum (oder das wenige, was wir davon \u00fcberhaupt sehen konnten) war dann ziemlich verr\u00fcckt. In modernster Monumentalarchitektur (Foto 4)ist sehr vieles vereint, was das Land je hergab. Uns interessierten nat\u00fcrlich die ganz fr\u00fchen Drucke, die alle ab Holzschnitten gedruckt wurden. Etwas tr\u00fcbte dann die Freude etwas: viele der Exponate waren nur Replicae. Weshalb, konnten wir nicht herausfinden. Trotzdem war es noch bewegend, vor einer gedruckten Buchrolle von etwa 1120 zu stehen &#8211; 335 Jahre vor Gutenberg. Daneben gab es Fr\u00fchdrucke in Japanbindung, Faltb\u00fccher und am Abend haben wir (dann im Palastmuseum) sogar einen K\u00f6nigserlass mit gehauenen Goldlettern auf Jadesteintafeln entdeckt &#8211; das nat\u00fcrlich nicht mehr gedruckt. Und in allem halt immer wieder die Erfahrung des Nix-Verstans, zB Gute museale Beschriftungen, im englischen dann auf 2 Zeilen gek\u00fcrzt, das meiste dann sowieso nur Namen und Fundorte in lateinischer Umschrift. Nun, zum Gl\u00fcck bedarf k\u00fcnserische Sch\u00f6nheit keiner Sprache. Nach einem koreanischen Medizinalkr\u00e4utertee, auf dem Frau Sun Woo gegen Stephans Erk\u00e4ltung bestand (gruusig aber wirksam) durchquerten wir die Stadt zum Guengbokgung-Palast, einem sp\u00e4ten Prinzenpalast der letzten K\u00f6nigsdynastie. Leider zerst\u00f6rten die Japaner 1915 w\u00e4hrend ihrer Besetzung Koreas 90% der einst \u00fcber 500 (!!!) der Palastgeb\u00e4ude. Seit gut 20 Jahren wird die Anlage rekonstruiert und eine rrrraaaassssssendes Inglis splechende F\u00fchrerin weihte ins in die Geheimnisse des h\u00f6fischen Lebens ein, wann der K\u00f6nig im Dabeisein seiner 7000 Ritter was auf dem Thron tun durfte, wann wieviele der 2000 Kurtisanen in welchem der x Schlafzimmer auf n\u00e4chtlichen Besuch zu warzen hatten und wann dank Sternen, Mantik, sonstiger Weissagung und Priesteropfer die richtige Minute war, um den Kronprinz zu zeigen, (den auszutragen die einzige Aufgabe der K\u00f6nigin war)Das alles und noch viel mehr wussten wir nach einer Stunde Regen. Zum Eintritt in den Palastbezirk war schliesslich vormals ein rituelles Bad n\u00f6tig. Haben wir brav erhalten.<br \/>\nDarauf musste Stephan aber noch schnell ins Palastmuseum, den wunderpr\u00e4chtigen Bronzedrachen anschauen, der einst auf der Verlustierterasse mit dem K\u00f6nig sass, als Symbol der Allmacht. Zwar war der Museumseinlass schon zu, aber Suisa mit solchen B\u00e4rten wird fast alles erlaubt (Frage: gibt es neben dem freudschen Penisneid etwa auch einen Bartneid &#8211; die heutigen Reaktionen vieler M\u00e4nner k\u00f6nnte einen fast darauf bringen).<br \/>\nUnd dann gab&#8217;s wieder spannendes koreanisches Essenn, zum Beispiel in einem Lotusblatt ged\u00e4mpften Reis mit Lotusfr\u00fcchten, Lotuswurzeln, Jujubadatteln, Marroni und schwarzen B\u00f6hnli, garniert mit 8 Millimeter kleinen getrockneten Fischlis.<br \/>\nNachher wollten wir eigentlich nur noch ins Bett = aufs M\u00e4tteli, aber es kam dicke: Frau Sun Woo er\u00f6ffnete uns, sie h\u00e4tte eben eine Mail erhalten, unsere Werkstattkiste sei vom Zoll zur\u00fcckbehalten, sie br\u00e4uchten eine detaillierte Inhaltsliste. Nun detallierter als die Liste, die wir dem Zoll zur verf\u00fcgung gestellt hatten (jedes einzelne St\u00fcck mit Anzahl, Einzelgewicht und Warenwert) gehts gar nicht mehr.<br \/>\nEs folgten hecktische Telephonate mit Deutschland, der Auskunft, dass der Verantwortliche im Museum KEIN Inliss spricht und dass der Zollbeamte en detail wissen wolle, woraus unsere Arbeitskleidung best\u00fcnde und weshalb wir die in Korea lassen wollen. Was dann unseren Vrtdacht n\u00e4hrte, dass die es nicht schnallten, dass nur die mit * bezeicjneten Grgenst\u00e4nde in Korea bleiben (= unser Verbrauchsmaterial) und der ganze Rest wieder re-exportiert wird. Nun, die Apparatschniks woolen auch gelebt haben, und schliesslich haben wir heute viel \u00fcber die Verwaltungsgewissheit am k\u00f6niglichen Hof gelernt. Nil novi sub sole. Mit einem grossen koreanischen Bier sagten wir uns dann: Morge ischt au mo \u00e4 T\u00e4gle. Schliesslich wollen die von uns etwas.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die von Korea-Kennern angedrohte n\u00e4chtliche Folter blieb aus: unser ondol-Schlaf (Leben auf dem traditionellen geheizten Holzfussboden, die Schlafm\u00e4tteli h\u00f6chstens halb so dick wie ein japanischer Futon) war ausgezeichnet und erstaunlich erholsam. Und sp\u00e4testens beim ersten koreanischen Fr\u00fchst\u00fcck mit Reis, getrockneten &hellip; <a href=\"https:\/\/www.beathis.ch\/parnassia\/?p=242\">Weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[5],"tags":[],"class_list":["post-242","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-sudkorea-2012"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.beathis.ch\/parnassia\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/242","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.beathis.ch\/parnassia\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.beathis.ch\/parnassia\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.beathis.ch\/parnassia\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.beathis.ch\/parnassia\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=242"}],"version-history":[{"count":4,"href":"https:\/\/www.beathis.ch\/parnassia\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/242\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":246,"href":"https:\/\/www.beathis.ch\/parnassia\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/242\/revisions\/246"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.beathis.ch\/parnassia\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=242"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.beathis.ch\/parnassia\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=242"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.beathis.ch\/parnassia\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=242"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}