12. September 2012: Nix verstan !

Petrus wütete also noch etwas weiter, wodurch sich auch der Weiterflug noch verzögerte. Das war uns aber ziemlich egal, denn eine andere Befürchtung hat sich zu unserem Ausatmen nicht erfüllt: beim Online-Einchecken in Kloten war nämlich nur noch ein einziger Fensterplatz und dazu noch der übernächste frei. Wir haben uns schon ausgemalt, wie eine Nacht, getrennt durch eine 160 kg schwere Person (und die standen zahlreich am Gate!)wohl wäre. Nun, der Computer liess Gnade walten und hat von sich aus bei nur halbvollem Flieger einen Leerplatz eingefüllt. Die Kulturannäherung fand schon beim Essen statt: zu Bibimbab (einem tradizionellen Reiseintopf mit 5 farblich abgestimmten Gemüsen) gab es Gochunja (fermentierte Chilicreme). Diese war allerdings so abgefüllt wie bei uns Reisezahnpasta (Foto 1). Der Rest vom Flug war dann ruhig, ebenso die Landung nach 11 Stunden Stillhocken. Unsere Dolmetscherin fand uns auf Anhieb und alle mit Unikatsbüchern und verdächtig aussehenden Werkzeugen geladenen Koffern kamen unbehelligt zu uns. Mit dem Bus ging es dann 1 Stunde weit über aufgeschüttete Meerflächen und abgetragene Hügel ins Stadtzentrum (die 15 Millionen Einwohner haben nirgens mehr Platz). Eine Bauordnung gibt es offenbar nicht und wir könnten euch 1000 verrückte Impressionen mailen. Das guest frend house inmitten dieses Getümmels ist eine wahre Friedensoase und tut nach der verschoben kurzen Nacht sehr gut. Was wenig wohltut, ist das sozusagen Nichts-Lesen-Können und das Nichts-SPRECHEN-Können. Das führt zu lustigen Situationen. Wegen nine-eleven durften wir ja unser Shampoo nicht mitnehmen. Hans-Ueli ging also in Ermangekung im Quartier einkaufen und als der erste das nur koreanisch angeschriebene Mittel unter der Dusche aufs Haar strich, entpuppte es sich als kaum mehr entfernbare Bodylotion. Jetzt sehen wir halt etwas punkig aus. Ein längerer Bummel durch die Künstlerstrasse, wo wir uns aus den bewegenden Papier- und Kalligraphierläden kaum mehr losreissen konnten, und ein feines koreanisches äusserst meerig-fischiges Nachtessen in einem kleinen Quartierrestaurant rundeten den Tag ab. Was hätten wir wohl ohne unsere Frau Sung Woo gemacht ! Angestossen auf unseren ersten Tag haben wir übrigens mit einem würzig-bitteren Waldbodenkräuterliqieur.

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